Das Pedoskop beim „Schuhmichel“ in Darmstadt

Pedoskop

An der Ecke Kaupstrasse/ Arheilger Straße in Darmstadt war er zuhause, der „Schuhmichel“. Wer im Martinsviertel in Darmstadt Schuhe gebraucht hat, hat dort eingekauft.

Ein enger, vollgestellter Laden, mehrere Schuhverkäuferinnen und Regale vom Boden bis zur Decke voller Schuhkartons in einer geheimen Ordnung, die ich als Kind nie verstanden habe.

Aber das Beste für uns Kinder war ein Pedoskop am Ende des Ladens. Ein Pedoskop ist ein Röntgenapparat im Holzgehäuse, bei dem man unten die Füße mit Schuhen hereinstellte und oben das Röntgenbild seiner Füße betrachten konnte. So erkannte man, ob die Fußzehen genug Raum im neuen Schuh hatten.

Babys und Kleinkinder, die sich noch nicht äußern konnten, bekamen so ihre ersten Schuhe angepasst. Aber auch wir größeren Kinder waren begeistert, unsere Füße im Röntgenbild zu bewegen und sein eigenes Fuß-Skelett im Röntgenbild tanzen zu sehen.

Aber auch die Hände kamen so in das Gerät und wurden oben vom Bruder begutachtet. Der Apparat war immer an und kein Mensch machte sich damals Sorgen um Röntgenstrahlen. So ließ man uns Kinder bedenkenlos damit spielen, da haben wir auch nicht den Schuhkauf gestört.

Pedoskop Beschreibung(Wer das Bild größer sehen will, bitte darauf klicken!)

Erst später (ca. ab 1965) hat man die Röntgenstrahlen als Gefahr erkannt und die Geräte verschwanden nach und nach aus den Schuhgeschäften.

Heute überlegt man es sich zweimal, ob man sich Röntgenstrahlen aussetzen soll und dokumentiert jede Röntgenaufnahme aufwendig in einem Röntgenpass.

Wer weiß, was es heute alles unbedenkliches gibt, dass uns in einigen Jahren die Haare zu Berge stehen lassen wird.

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