Was ist Zeit?

Für einen Fotowettbewerb habe ich eine Idee gesucht. Es ging um das Thema „Was ist Zeit?“.

Wie visualisiert man Zeit, wo ist die Zeit, wie sieht sie aus, was ist Zeit?

Ich habe lange überlegt, soll ich eine Uhr, einen Kalender, eine Sanduhr, einen alten und einen jungen Menschen fotografieren?

Ich habe mich dann an meine Babyschuhe erinnert, die mir meine Mutter als jungem Mann feierlich überreicht hat mit der dringlichen Aufforderung, diese in Ehren zu halten. Das  habe ich bis heute so gehalten.

Doch zurück zur Zeit. Mir ist bewusst geworden, dass man Zeit direkt nicht fassen kann. Man sieht nur ihre Symptome, ihre Folgen, ihr Wirken. Die Zeit selbst bleibt uns unergründlich.

Hier ein kleiner Ausflug zu Wikipedia:

…. Die wohl markanteste Eigenschaft der Zeit ist der Umstand, dass es stets eine in gewissem Sinne aktuelle und ausgezeichnete Stelle zu geben scheint, die wir die Gegenwart nennen, und die sich unaufhaltsam von der Vergangenheit in Richtung Zukunft zu bewegen scheint. Dieses Phänomen wird auch als das Fließen der Zeit bezeichnet. …

… Im Gegensatz dazu meint Gottfried Wilhelm Leibniz, dass Zeit und Raum nur gedankliche Konstruktionen sind, um die Beziehungen zwischen Ereignissen zu beschreiben. Sie haben kein „Wesen“ und es gebe daher auch keinen „Fluss“ der Zeit. Er definiert die Zeit so: „Die Zeit ist die Ordnung des nicht zugleich Existierenden. Sie ist somit die allgemeine Ordnung der Veränderungen, in der nämlich nicht auf die bestimmte Art der Veränderungen gesehen wird.“

…  Die Wahrnehmung der Zeitdauer hängt davon ab, was in der Zeit passiert. Ein ereignisreicher Zeitraum erscheint kurz, „vergeht wie im Flug“. Hingegen dauern ereignisarme Zeiträume manchmal quälend lange. Von dieser Beobachtung leiten sich auch die Begriffe Kurzweil und Langeweile ab.

Paradoxerweise empfindet man im Rückblick die Zeiten gerade umgekehrt: In ereignisreichen Zeiten hat man viele Informationen eingespeichert, sodass dieser Zeitraum lange erscheint. Umgekehrt erscheinen ereignisarme Zeiten im Rückblick kurz, da kaum Informationen über sie gespeichert sind.

…Gleichzeitigkeit in der Wahrnehmung ist komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Es gibt verschiedene Schwellen:

Die Schwelle, ab der zwei Ereignisse als getrennt erkannt werden, ist vom jeweiligen Sinnesorgan abhängig. So müssen beim Menschen optische Eindrücke 20 bis 30 Millisekunden auseinander liegen, um zeitlich getrennt zu werden, während für akustische Wahrnehmungen bereits drei Millisekunden ausreichen.

Die Schwelle, ab der die Reihenfolge zweier Reize unterschieden werden kann, ist unabhängig von der Art der Wahrnehmung etwa 30 bis 40 Millisekunden, richtet sich aber stets nach der langsamsten Reizübertragung.

Darüber hinaus ist die Wahrnehmung der Gegenwart durch einen Drei-Sekunden-Zeitraum angegeben, dieser Zeitraum wird als Gegenwartsdauer bezeichnet. …

Nun, die Zeit  ist doch wirklich ein spannendes Thema.

Für meine Fotowettbewerb habe ich letztendlich nur die Folgen der Zeit auf meine Füße dargestellt:

Von Schuhgröße 15 (ca. 8 cm) auf Schuhgröße 47 (ca. 30 cm) in 65 Jahren.

Das ist doch zumindest ein guter Zeitmesser, oder?

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