Was haben zwei Pfund Kaffee mit einer Stereoanlage gemeinsam?

Um 1970 ist es passiert!

Ein Kaffeeröster  hat das erste Mal neben Kaffee auch eine Stereoanlage in seinen Läden vor Ort angeboten. Es war eine kleine Revolution des Konsums und hat die Welt auf den Kopf gestellt.

Bis dahin gab es im Kaffeeladen nur Kaffee, beim Metzger nur Wurst und Fleisch, beim Bäcker nur Brot, Brötchen und Kuchen und im Lebensmitteleinzelhandel nur Dinge, die man essen oder trinken konnte.

Einige Tage danach hat ein großes Eberstädter Radiogeschäft in ganzseitigen Anzeigen im Darmstädter Echo und im Darmstädter Tageblatt zu Dumpingpreisen Kaffee angeboten.

Der Text der Anzeigen lautete ungefähr so:

„Bei uns bekommen Sie für ein paar Tage günstigen Kaffee. Wir haben zwar keine Ahnung von Kaffee, haben keine Auswahl und können Sie auch weder beraten noch irgendwelchen Service leisten, aber wenn Kaffeeläden Stereoanlagen verkaufen, können wir auch Kaffee verkaufen, ohne die geringste Ahnung davon zu haben.“

Inzwischen verkauft fast jeder alles und die klare Trennung des Warensortiments ist Vergangenheit.

Wenn ich heute in die lokale Filiale des einzigen verbliebenen Kaffeerösters in Darmstadt gehe, muss ich den Kaffee fast suchen.

Eine Wand gefüllt mit Kaffee und drei Wände gefüllt mit Regalen, die nichts, aber auch gar nichts mit Kaffee zu tun haben.

P.S.: Das Eberstädter Radiogeschäft hat wenige Jahre danach auch sein Geschäft für immer geschlossen. Es gab wohl keinen Markt mehr für das Fachgeschäft.

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