Neue Blicke durch die alten Löcher

Lichtenberg 1

„Neue Blicke durch die alten Löcher“ ein Ausspruch von Georg Christoph Lichtenberg.

In Ober-Ramstadt geboren, in Darmstadt aufgewachsen und in Göttingen gewirkt und gestorben, so  buhlen verschiedene Städte um den großen Denker.

Die hier gezeigten Fotos einer Skulptur von Lichtenberg  stammen aus Ober-Ramstadt. Diese steht auf dem Platz vor der Hammermühle.

In Darmstadt erinnern die Lichtenbergstraße und die Lichtenbergschule an ihn.

Wikipedia:
Georg Christoph Lichtenberg war das 17. und jüngste Kind des protestantischen Pfarrers Johann Conrad Lichtenberg (1689–1751) und dessen Frau Catharina Henriette, geb. Eckard.

1745 zog die Familie nach Darmstadt, nachdem der Vater am 29. März 1745 zum Stadtpfarrer von Darmstadt ernannt worden war.

Lichtenberg litt sein ganzes Leben an einer zunehmenden Kyphoskoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), die nicht nur zu einem ausgeprägten Buckel und geringer Körpergröße führte, sondern auch das Atmen immer mehr erschwerte.

Lichtenberg 4

Er erhielt bis zum zehnten Lebensjahr Privatunterricht in seinem Elternhaus. Nach dem Tod des Vater besuchte er seit 1752 das Darmstädter Pädagog. Für seinen Fleiß und Scharfsinn wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Die Schule schloss er 1761 ab. Dank eines Stipendiums des Landgrafen Ludwig VIII. in Höhe von jährlich 200 Gulden konnte er von Mai 1763 bis 1767 an der Universität Göttingen – unter anderem bei Abraham Gotthelf Kästner – Mathematik, Physik, zivile und militärische Baukunst, Ästhetik, englische Sprache und Literatur, Staatengeschichte Europas, Diplomatik und Philosophie studieren.

In den folgenden Jahren bis 1774 führte er astronomische Beobachtungen am alten Observatorium in Göttingen durch.

Lichtenberg 3

Seine körperliche Behinderung und seine ständige Anfälligkeit für Krankheiten machten ihn in außergewöhnlichem Maße empfindsam. Seine Beobachtungsgabe richtete er nicht nur auf naturwissenschaftliche Erscheinungen, sondern auch auf die Umwelt und seine Mitmenschen.

Nach seinem Studium unternahm er zwei längere Reisen nach England. Auf der ersten Reise 1770 (als Tutor für zwei englische Studenten) führte er König Georg III. von Großbritannien und Hannover durch die Sternwarte von Richmond upon Thames, worauf dieser in einem Schreiben die Ernennung Lichtenbergs zum außerordentlichen Professor für Philosophie empfahl.

Die zweite Englandreise, auf der er auch Teilnehmer von Cooks zweiter Weltreise kennenlernte (so etwa Georg und Johann Reinhold Forster), unternahm er von 1774 bis 1775. Bei dieser Gelegenheit begegnete er bekannten Wissenschaftlern wie James Watt oder Joseph Priestley. Diese Reise wurde zu seinem großen Bildungserlebnis.

1770 wurde Lichtenberg Professor für Physik, Mathematik und Astronomie an der Universität Göttingen, doch erst ab 1776 hielt er regelmäßig Vorlesungen. 1772 traf er mit dem jüdischen Gelehrten und Wissenschaftler Rafael Levi zusammen.

1777 ließ Lichtenberg während eines Gastspiels des Zauberkünstlers Philadelphus Philadelphia in Göttingen ein Plakat aushängen, auf dem er Philadelphias Programm so ankündigte, als stammte es von diesem selbst. Auf diesen Plakaten wurde behauptet, Philadelphia werde blitzschnell den Wetterhahn der Jacobikirche mit der Fahne auf der Johanniskirche vertauschen. Der so herausgeforderte Philadelphia verließ Göttingen überstürzt, ohne eine weitere Vorstellung gegeben zu haben.

1777 machte Lichtenberg die Bekanntschaft von Maria Dorothea Stechardt (1765–1782). Von 1780 bis zu ihrem frühen Tod war die „kleine Stechardin“ (s. Roman von Gert Hofmann) Lichtenbergs Lebensgefährtin („ohne priesterliche Einsegnung meine Frau“).

Ab 1780 – bis zu seinem Tod – war er Ordinarius für Physik.

1782 trat Margarethe Elisabeth Kellner (1768–1848) als Haushälterin in seinen Dienst. Mit ihr begann er 1783 ein eheähnliches Verhältnis, das 1789 legalisiert wurde, um ihr und den gemeinsamen Kindern das Erbe zu sichern.

Im Oktober 1789 setzten krampfartige Asthmaanfälle ein (eine Folge der Wirbelsäulenverkrümmung), die ihn monatelang ans Bett fesselten.

1793 wurde er zum Mitglied der Royal Society in London ernannt.

Lichtenberg führte eine umfangreiche Korrespondenz mit bedeutenden Zeitgenossen, darunter Immanuel Kant, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Daniel Ramberg und Abraham Gotthelf Kästner.

Bei seinem Tod 1799 hinterließ er seine Ehefrau und acht Kinder. Sein Grab befindet sich auf dem Bartholomäusfriedhof in Göttingen.

Schriftstellerische Arbeiten

Über viele Jahre hat Lichtenberg ab 1764 in Schreibheften, von ihm selbstironisch „Sudelbücher“ genannt, in aphoristischer Form unzählige Gedankensplitter (spontane Einfälle, Lesefrüchte, Reflexionen zu fast allen Wissensgebieten und naturwissenschaftliche Feststellungen) notiert, die postum veröffentlicht wurden. Sie belegen seine Aufgeschlossenheit für alles Neue, die enzyklopädische Weite seines Geistes und in besonderer Weise seine Fähigkeit zur skeptischen Beobachtung und ironischen Formulierung. Da heißt es etwa:

„Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.“
„Es ist wahr, alle Menschen schieben auf, und bereuen den Aufschub. […]“
„Die Sand-Uhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit, sondern auch zugleich an den Staub in welchen wir einst verfallen werden.“
„Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?“
„Einen Finder zu erfinden für alle Dinge.“
„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“
„Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein
Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.“
Alle Bilder von Michael Deschamps Augenschmaus

Textauszüge von der Seite „Georg Christoph Lichtenberg“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.