Die Michaelskirche im Martinsviertel

Michaelskirche

Gegenüber des Friedrich-Ebert-Platzes findet sich die evangelische Michaelskirche im Martinsviertel in Darmstadt.

Sie ist nach dem Erzengel Michael benannt. Am 29.9. feiert man den Michaelstag (der Erzengel Michael ist also auch mein Namenspatron).

Ein kleiner Exkurs zu der Bedeutung der Namenspatrone im christlichen Umfeld.
In katholischen Gegenden wird der Namenstag gefeiert wie bei den Protestanten der Geburtstag. Im Mittelalter -vor der Reformation- war es üblich, einem Kind bei der Taufe den Namen des jeweiligen Tagesheiligen zu geben. Somit fielen fortan Tauf- und Namenstag auf dasselbe Datum.  In den Kirchenbüchern wurde allein der Tag der Taufe verzeichnet, nicht jedoch der Geburtstag. Somit konnte es vorkommen, dass den Menschen das genaue Datum ihrer Geburt überhaupt nicht bekannt war.  Nach der Reformation wurde diese Tradition  in der katholischen Kirch weiter geführt, während die Protestanten den Heiligenkult ablehnen und sich für den Geburtstag als persönlichen Ehrentag entschieden haben.

Doch nun zurück zum Gebäude der Michaelskirche:
Das Kirchengebäude wurde nach seiner  Fertigstellung am 17. April 1960 (einem Ostersonntag) feierlich dem Erzengel Michael geweiht und trägt bis heute den Namen Michaelskirche.

Der Turm und das eigentliche Kirchengebäude sind nur durch einen Gang miteinander verbunden. Während der Turm imposant und futuristisch  ausschaut, ist das eigentliche Kirchengebäude von außen für mich eher eine graue Maus.

Dafür liebe ich den Innenraum umso mehr. Die Wand hinter dem Altar ist aus wunderschönen Natursteinen grob gemauert und gibt dem modernen Bau ein Stück rustikaler Natur zurück.

Kreuz Michaelsgemeinde

Rechts vom Altar ist vom Boden bis zur Decke eine Wand aus farbigem Glas. Bei hellem Sonnenlicht gibt diese farbige Wand dem Altarraum  ein wunderbares Licht und ist selbst wunderbar anzuschauen.

Diesen Effekt hat man nur im Innenraum, von außen ist die Wand aus farbigem Glas viel unscheinbarer. Ein Grund, sich das bei Gelegenheit (und bei Sonnenschein) einmal von innen anzuschauen.

Auf der linken Seite sind wunderbar gestaltete Kirchenfenster auf der gesamten Längsseite der Wand.

Das Gebäude selbst ist Ergebnis eines Architekturwettbewerbes. Es wurde 1958 bis 1960 erbaut und am 17. April 1960, einem Ostersonntag, eingeweiht.

Der ungewöhnliche Kirchturm ist in den Nächten in wechselnden Farben illuminiert.  Doch dies nicht zufällig, sondern der Turm erstrahlt in den liturgischen Farben des Kirchenjahres und diese sind im Lauf des Jahres unterschiedlich:

  • Violett steht für die Vorbereitungszeit auf hohe Christusfeste
    (Bußzeiten: Adventszeit vor Weihnachten, Passionszeit vor Ostern sowie der Buß- und Bettag)
  • Weiß für die hohen Christusfeste und ihre Festzeiten:
    Weihnachten und Sonntage nach dem Christfest
  • Rot für Pfingsten sowie für besondere Feste, die mit dem Wirken des Heiligen Geistes oder der Kirche an sich zu tun haben; auch für Gedenktage von Märtyrern, vorbildlichen Christen (Heilige) und Kirchenlehrern
  • Grün für ungeprägte Zeiten: Vorpassionszeit vor Aschermittwoch; ebenfalls am Erntedankfest.
  • Neben den vier Hauptfarben gibt es auch noch einige liturgische Nebenfarben.

Die Michaelskirche steht als typisches Beispiel für die Architektur der 1960er Jahre in Darmstadt unter Denkmalschutz.

3 Antworten auf „Die Michaelskirche im Martinsviertel“

  1. Danke für die schöne Erinnerung. Ich habe Kindergottesdienste, meine Konfirmation und mehrere fröhliche und traurige Gottesdienste dort erlebt. Ich glaube das letzte Mal dass ich in der Michaelskirche war ist gut 35 Jahre her.

    1. Ich freue mich über deine Resonanz.

      Ja die Kirche der eigenen Kindheit begleitet einen den Rest des eigenen Lebens.

      Oft kommt einem später auch die Kirche viel kleiner und enger vor, als man sie in Erinnerung hatte. Das liegt sicher daran, daß man früher als Kind auch viel kleiner war.

      Herzliche Grüße aus dem Watzeverdel in Darmstadt!

  2. Danke, für die freundlichen Worte zu dieser Kirche! Sie hat noch einige Besonderheiten mehr: vor ihr steht ein Apfelbaum. Die Akkustik in der Kirche ist überwältigend. Chor- und Kammermusik erklingt oft in ihr; und besondere, zeitgenössische Musik!

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